Lusaner Laufgruppe blickt auf 40 Jahre zurück

(6.11.16 - tb) 

Von Jens Lohse OTZ

Gera. Der Lauf soll am Sonnabend um 14 Ohr mit Start und Ziel am Sportlerheim des Lusaner SC 1980 in der Karl-Matthes-Straße ausgetragen werden. Nach dem Rennsteiglauf 1976 hatte der stellvertretende Vorsitzende der BSG WBK Gera die Idee, eine Laufgruppe zu gründen. „An einem Mittwoch im November kam er auf mich zu. Es war die Hochzeit des Laufens, die Zeit der Meilenbewegung. Ziel der Mitglieder war es, am Rennsteiglauf teilzunehmen", erinnert sich Winfried Keller, der sich der Aufgabe annahm. 1977 waren dann schon vier, ein Jahr später sogar mehr als zehn Läufer auf dem Rennsteig dabei. Die Gruppe wuchs kontinuierlich.

In den 1980er Jahren gab es sogar eine spezielle Frauenlaufgruppe, deren Chef Dieter Krasulsky war. „Wir waren insgesamt bis zu 25 Läufer, konnten uns damit zwar nicht mit Wismut messen, waren aber eine feste Größe in der Geraer Laufbewegung.

Allerdings wurde schon damals der Nachwuchs knapp", so der 64-jährige Keller. Rennsteiglauf gab 1976 den Impuls Anfangs organisierte man für die Mitarbeiter des Wohnungsbaukombinats einen eigenen Silvesterlauf.

1981 gab es den ersten Weihnachtslauf, der bis 2010 jährlich am 26. Dezember stattfand und bei dem ohne Zeitmessung dem Speck der Feiertage zu Leibe gerückt wurde. Dann war Schluss, weil die Organisatoren älter geworden waren und auch einmal mit ihren Enkeln auswärts Weihnachten feiern wollten.

Ebenfalls 1981 wurde der Heeresberglauf ins Leben gerufen, dessen Initiatoren Sepp Knoblich und Winfried Keller waren. Sepp Knoblich führte damals die Bezirksrangliste der Volkssportläufer an. Den Heeresberglauf gibt es seitdem mit veränderter Streckenführung und wechselnden Startorten.

Der erste Startschuss erfolgte in Unterröppisch, wo man sich mit den ortsansässigen Bauern absprechen musste, weil die stets zur Startzeit um 14 Uhr die Kühe von der Weide in die Ställe zurücktrieben. „Damals gab es auch noch eine Vollsperrung der Straße bis zum Chausseehaus. So etwas ist heute nicht mehr denkbar", sagt Winfried Keller. Nach und nach schlossen sich nach der Wende die Laufgruppen der BSG WBK und der BSG Elektronik zum SV Gera-Lusan 1975 zusammen. Seit 2004 ist man nun schon gemeinsam unter der Flagge des Lusaner SC 1980 unterwegs und organisiert derzeit vier Läufe. Die Anmeldungen für den Jubiläumslauf gehen nach und nach ein. Viele haben sich angekündigt.„Wenn wir hundert Läufer begrüßen können, sind wir zufrieden", sagt Winfried Keller, der gemeinsam mit Peter Klotz. eine Chronik der Lusaner Laufgruppen erstellt hat, die bei der gemeinsamen Abendveranstaltung am 5. November vorgestellt werden soll. Viele erfolgreiche Läufer hatten die Lusaner in ihren Reihen. Regina Krietzsch gewann einst die DDR-Rangliste. Christian Schubert wurde Dritter der DDR-Bestenermittlung über 100 km und DDR-Vizemeister im Marathon seiner Altersklasse.

Steffen Sparmann holte sich den Geraer Marathon-Bezirksmeistertitel, während Gitta Hohnbaum den Ägypten-Marathon für sich entschied. Um die Organisation vieler Läufe machte sich in der Vergangenheit Holger Gerold bemüht, der sich sowohl um die Meldungen, die Zeitnahme und die Auswertung kümmerte. Wie viele Laufgruppen hat aber auch die Lusaner ein Nachwuchsproblem. „Wir vergreisen langsam.

Das wird zum Probleme in den . nächsten Jahren", weiß Winfried Keller. Doch erst einmal soll am Sonnabend das Jubiläum gefeiert werden. 

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